„Eine große Familie“: Beim SV Eintracht Neuenkirchen halten Jung und Alt zusammen

10.​06.​2025

Der SV Eintracht Neuenkirchen wird in diesem Jahr 100 Jahre alt – gefeiert wird das Jubiläum vom 13. bis zum 29. Juni. Wie wichtig das Miteinander der Generationen für den Zusammenhalt des Vereins ist, erzählen Ulla Middendorf und Ben Seelmeyer. 

 

Ulla Middendorf ist seit 1975 Teil der Eintracht, Ben Seelmeyer seit 2010 – und trotz des Altersunterschieds verbindet sie der Verein und die gleiche Leidenschaft für den Sport. Der Name ist Programm: In der Eintracht hält man zusammen. Das zeigte sich auch bei der Planung des Jubiläums-Programms: Mitglieder aller Altersgruppen zogen an einen Strang, um zwei abwechslungsreiche Festwochen zu organisieren – mit dem Ziel, Menschen jeden Alters zusammenzubringen. 

 

Aktivitäten neben dem Sport sind fester Bestandteil des Vereinslebens
 Ulla Middendorf war 1975 eins der Gründungsmitglieder der ersten Damenfußballmannschaft des SV Eintracht Neuenkirchen und ist dem Verein seitdem treu geblieben. Foto: Kaja Schmidt Ulla Middendorf war 1975 eins der Gründungsmitglieder der ersten Damenfußballmannschaft des SV Eintracht Neuenkirchen – für den Fußball trat sie damals in den Verein ein. Bevor sie 1999 auch den Lauftreff mitgründete, dem sie bis heute aktiv angehört, versuchte sie sich kurzzeitig im Turnen – „Das war nicht so mein Ding“, sagt die 63-Jährige schmunzelnd. Seit der Errichtung der neuen Anlage an der Kolpingstraße samt Sportlerheim 1994-96 kümmert sie sich um Catering und Küche. 

 

Ben Seelmeyer ist seit 2010 bei der Eintracht – schon als Kind trat er mit Freunden dem Verein bei, weil er „von klein auf Fußball gespielt“ hat. Heute spielt der 18-Jährige in der A-Jugend, übernimmt jedoch auch Theken- und Kabinendienste oder hilft bei der Instandhaltung der Anlage. Neben dem Sport sind für beide auch Aktivitäten wie Weihnachtsfeiern oder Fahrten fester Bestandteil des Vereinslebens.

 

Sie investieren gerne Zeit in die Eintracht
So komme einiges an Zeit zusammen, die man auf dem Sportplatz verbringt. „Mal sind es zwei und mal 20 Stunden pro Woche“, sagt Ulla Middendorf. Zurzeit sei sie fast täglich im Einsatz, denn als Mitglied des Jubiläumskomitees steckt sie mitten in den Vorbereitungen für die Festwochen zum 100-jährigen Bestehen der Eintracht.

 

Die Zeit, die sie im Verein investieren, nehmen die beiden gerne in Kauf – denn die Eintracht gebe ihnen viel zurück. „Es ist wie eine große, tolle Familie“, sind sich die beiden einig. Dass liege vor allem daran, dass dort Menschen mit derselben Leidenschaft - unabhängig von der Sportart – zusammenkommen. „Man fühlt sich hier wohl und gehört dazu - und man wird akzeptiert“, sagt Ulla Middendorf.

 

Viele Freundschaften durch den Verein geschlossen

 Ben Seelmeyer, seit 2010 Teil der Eintracht, schätzt die gegenseitige Unterstützung und den Zusammenhalt im Verein. Foto: Kaja Schmidt Für Ben Seelmeyer steht vor allem der Fußball im Mittelpunkt – und die gemeinsame Zeit mit seinen Freunden. Außerdem habe er durch seine Vereinszeit viel dazu gelernt, etwa Verantwortung im Team zu übernehmen. Durch den Sport und vor allem die Gründung der Jugendspielgemeinschaft (JSG) mit Merzen und Voltlage im Jahr 2016, habe er neue Leute kennengelernt, aus denen Freundschaften entstanden sind.

 

Auch Ulla Middendorf hat im Laufe der Jahre viele Freundschaften geschlossen – nicht zuletzt, wenn sie regelmäßig die Spiele der ersten Herrenmannschaft verfolgt und dort immer wieder vertraute Gesichter sieht. „Man kommt schnell ins Gespräch“, sagt sie. Neben dem Sport bereitet ihr auch das Catering meist Freude: „Vor allem wenn ich es schaffe, die Jungs satt zu kriegen“, meint sie schmunzelnd.

 

Auch regelmäßige Veranstaltungen wie der jährlich stattfindende Sportlerball stärken den Zusammenhalt bei der Eintracht. „Weil da einfach alle zusammenkommen“, sagt Ben Seelmeyer. Das sei eine tolle Gelegenheit, mit Mitgliedern aller Sparten und Altersgruppen gemeinsam zu feiern und sich auszutauschen. 

 

Über die vergangene Zeit hat sich viel verändert

Seit der Vereinsgründung 1925 habe sich viel verändert. Damals gab es fast nur Fußball, heute gibt es viele verschiedene Sparten, berichtet Ulla Middendorf.

 

Auch in ihren persönlichen Vereinsgeschichten gibt es besondere Momente, die den beiden in Erinnerung geblieben sind. Für Ulla Middendorf war die Verabschiedung ihres Mannes Werner 2010 ein prägender Einschnitt – nach 20 Jahren als erster Vorsitzender trat er aus gesundheitlichen Gründen zurück. Eine besondere Überraschung erlebte sie selbst im vergangenen Jahr, als sie vom Niedersächsischen Fußballverband zur Grünkohlkönigin des NFV-Kreises Osnabrück ernannt wurde: „Das war schon ein großer Moment.“

 

Ben Seelmeyer denkt besonders gern an die letzten Saisons mit seiner Mannschaft zurück, in denen sie mehrere Aufstiege feiern konnten: „Das war schön, weil man das zusammen erleben konnte.“ Auch das Kreispokalfinale der 1. Herren im vergangenen Jahr bleibe für ihn unvergessen – die Euphorie im Verein sei da besonders spürbar gewesen. Er schätze die gegenseitige Unterstützung im Verein und den Zusammenhalt.

 

Dieser sei im Hinblick auf das bevorstehende Jubiläum deutlich spürbar: Nicht nur das Organisationsteam der Festwochen sei sehr motiviert, auch viele Vereinsmitglieder bringen sich aktiv ein. „Die wollen alle helfen“, freut sich Ulla Middendorf. Aber auch abseits der Feierlichkeiten engagieren sich Vorstand und Mitglieder dauerhaft. Die Eintracht lebe „von allen, die etwas für den Verein tun“, sagt Ben Seelmeyer.

 

Miteinander von Jung und Alt ist unverzichtbar
Das gute Miteinander von Jung und Alt ist für das Vereinsleben unverzichtbar, sind sich die beiden einig. „Wir brauchen die Jungen, und die brauchen uns“, betont Ulla Middendorf. Die Generationen unterstützen sich gegenseitig, profitieren voneinander – oft ganz selbstverständlich, ohne dass Hilfe eingefordert werden muss. „Man kann viel voneinander lernen“, meint Ben Seelmeyer.

 

Ulla Middendorf wünscht der Eintracht und besonders dem Vorstand nach dem Jubiläum zunächst eine wohlverdiente Pause – und langfristig, „dass es immer wieder Menschen gibt, die den Verein führen und leiten“. Ein engagierter Vorstand sei entscheidend, damit der Verein weiterbestehe und sich – wie in den vergangenen Jahren – stetig weiterentwickle.
Auch Ben Seelmeyer schließt sich an: Er hofft, „dass der Verein weiterhin wachsen kann“ und dass das Engagement der Mitglieder erhalten bleibt.

 

Bericht: NOZ Kaja Schmidt v. 10.06.2025

  

 

Bild zur Meldung: Wie wichtig das Miteinander von Jung und Alt für den SV Eintracht Neuenkirchen ist, wissen Ben Seelmeyer und Ulla Middendorf. Foto: Kaja Schmidt